Herstellung eines Bohrpfahls

Nach dem Einmessen der einzelnen Bohrpunkte anhand des Pfahlplanes durch einen Vermessungsingenieur beginnt der eigentliche Bohrvorgang.

Ausrichten der Bohrschneckenspitze exakt über dem eingemessenen Bohransatzpunkt. Niederbringen der Bohrschnecke bis auf die gewünschte Solltiefe – computergesteuert, erschütterungsfrei und kontinuierlich digital überwacht, um den Bohrprozess stets den jeweiligen Bodenverhältnissen anpassen zu können.

Ist die gewünschte Solltiefe erreicht, wird durch das Zentralrohr der Bohrschnecke Beton in das Pfahlloch gepumpt. Der entstehende Überdruck öffnet die Verschlussklappe an der Bohrspitze und der ausströmende Beton drückt die Bohrschnecke gemeinsam mit dem zu fördernden Bohrgut automatisch und drehungsfrei an die Oberfläche. Der Betondruck wird digital kontrolliert und kann gegebenenfalls erhöht werden, so dass Einschnürungen des Pfahldurchmessers ausgeschlossen sind.

Pfahlbewehrung

Prinzipiell können Betonpfähle vertikale Lasten durch die innere Standsicherheit des Betons in den Baugrund abtragen.

Ist infolge von Horizontalbelastungen oder Zugbelastungen eine Bewehrung notwendig, so kann diese nachträglich eingestellt werden. Dabei wurden Bewehrungslängen von bis zu 20 m realisiert. Üblicherweise bauen sich die Momente im Pfahl schnell mit zunehmender Tiefe ab. Der Vorteil einer nachträglich eingebauten Bewehrung liegt in der Möglichkeit, die Bewehrungslänge auf die statisch notwendige Länge zu beschränken.

Sollte eine durchgehende Bewehrung bei größeren Pfahllängen notwendig sein, kann durch die Verwendung des Pfahltyps Jacbo-B die Bewehrung auch in voller Pfahllänge vor dem Betonieren eingestellt werden. Dazu wird nach dem Abbohren temporär der Bohrmotor entkoppelt und zur Seite geschwenkt oder über dem Bohrmotor eine eigens dafür entwickelte Klappe geöffnet, die Bewehrung eingehoben, der Bohrmotor wieder angekoppelt bzw. die Klappe geschlossen und der Pfahl ausbetoniert.