Pressebericht
JACBO: 30 Bohrlöcher für 36 Betten

Zeitungsartikel Lippstadt

Am Ev. Krankenhaus haben die Arbeiten zur Erweiterung des Hauptgebäudes begonnen. Ab heute werden 30 bis zu zwölfeinhalb Meter tiefe Löcher ins Erdreich gebohrt und mit Beton verfüllt. Auf diesen Bohrpfählen ruht später das Fundament für den 3,2 Millionen Euro teuren und fünf Stockwerke hohen Anbau. Neben der Erweiterung der Cafeteria und der Radiologie sind auf drei Stations-Etagen insgesamt 36 zusätzliche Betten (in Zwei-Bett-Zimmern) geplant.



Bevor aber die Maurer anrücken können, muss die Gründung erfolgen. Einen Durchmesser von 65 Zentimetern haben jene Bohrungen, bei denen ein Spezialbagger mittels Schnecke das Erdreich nach oben befördert und gleichzeitig Beton in das entstehende Loch gepumpt wird – insgesamt 140 Kubikmeter, so Krankenhaus-Technikchef Ulrich Romweber gestern. Danach wird die Stahlbewehrung eingelassen. Spätestens bis Dienstag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Zwar wurde im Vorfeld ein geologisches Gutachten angefertigt. Allerdings sind Vibrationen durch die Bohrtätigkeit nicht gänzlich ausgeschlossen. Die aber können den nur drei Meter Luftlinie entfernt stehenden Magnetresonanztomographen (MRT) der Radiologie empfindlich stören – weshalb der am Freitagnachmittag auf „Standby“ heruntergefahren wurde. Beim MRT (Kosten: 1,3 Millionen Euro) handelt es sich um ein „extrem erschütterungsempfindliches Gerät“, so Romweber.
Sollte der Bohrer draußen auf einen größeren Findling stoßen, könne es zu Vibrationen kommen, in deren Folge das als Kühlmittel eingesetzte Helium (minus 270 Grad) schlagartig verdampfen und einen Schaden in sechsstelliger Höhe entstehen könnte. Das ist zwar laut Gutachten nicht wahrscheinlich, gleichwohl gehen die Verantwortlichen auf Nummer sicher und nehmen das Hightech-Gerät vorübergehend vom Netz.
Der Anbau ans Hauptgebäude wird laut Stiftungsvorstand Jochen Brink zum einen Aufgrund steigender Patientenzahlen notwendig. Zum anderen habe man dann wieder den „Spielraum“, eine Station zwecks Renovierung auch mal auslagern zu können. Die Erweiterung ist Teil eines über sechs Millionen Euro schweren Investitionspakets des Ev. Krankenhauses. Dazu gehören auch die Umgestaltung des Eingangsbereichs und der Bau einer deutlich größeren zentralen Ambulanz. Und schließlich wird im Innenhof eine spezielle Einheit für Schlaganfall-Patienten errichtet.

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– Aktualisiert am 23.02.2012 –